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Ausgezeichete Elche:
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1997 Chlodwig Poth
1999 Robert Gernhardt
2000 Gerhard Polt
2001 Harry Rowohlt
2002 Marie Marcks
2003 F.W. Bernstein
2004 Emil Steinberger
2005 Otto Waalkes
2006 Hans Traxler
2007 Ernst Kahl
2008 Biermösl Blosn
2009 Helge Schneider
2010 Olli Dittrich
2011 Josef Hader
2012 Franziska Becker
2013 Michael Sowa
2014 Georg Schramm
2015 Rudi Hurzlmeier
2016 Max Goldt
2017 Gerhard Gläck
2018 Pit Knorr und Wiglaf Droste
2019 Gerhard Haderer
2021 Maren Kroymann
2022 Eugen Egner
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U R K U N D E

zur Verleihung des

Göttinger ELCH 2022

an den
Schriftsteller, Zeichner und Musiker, den Collagisten und Skulpteur, den Multikünstler

Eugen Egner

- Wuppertal -

Wenn heute einer mit Recht sagen kann: "Die Welt ist nicht genug", dann ist es nicht der Agent ihrer Majestät der Königin. Es ist Eugen Egner, der Erfinder zuvor nie erblickter, der Schöpfer zuvor nie erdachter anderer Welten, der Großmeister der phantasievollen Groteske und der grotesken Phantastik Eugen Egner.

In seinem Werk kommt zu Wort und rückt ins Bild, was in dreihunderttausend Jahren noch kein Mensch je zu sehen und zu lesen bekam. Das Mängelwesen Mensch - dank Eugen Egner darf es wenigstens in der Kunst erfahren, was ihm die trockene, dürftige und oft lästige und schikanöse Realität verwehrt.

Was Eugen Egner dem Publikum zeigt, ist ein verrücktlustiges Wunderland, in dem ein Mann 341,2 heißen kann, eine Frau als Ethnologin für Potenzielle Musik arbeitet und Grenzbeamte mit angeborenen Zigaretten in den Mundwinkeln Dienst tun. In Egners absurdkomischem Kosmos darf eine Landschaft auch mal verschmitzt sein, und Mutanten schaffen es, mit Weißbrot Polaroidfotos zu schießen. Dass in Egners anarchischalberner Kunstwelt dann auch Schnögel und Schnirren existieren und man sich mit Worten wie Fanse, fratt und Schnölb verständigt, ist zu guter Letzt eines: ganz normal. Und eben auch: witzig.

Eugen Egners traumhaft skurrile Schreib- und Zeichenkunst ist ein Spiel ohne Grenzen, dem die Wirklichkeit zum Spielzeug wird. Getrieben von der Lust am Unfug und dem Wunsch, die schnöde Realität hinter sich zu lassen, befreit Egner sich und sein Publikum spielerisch vom Druck der Konventionen und streift die Fesseln ab, die dem Denken, Sehen und Machen alltäglich angelegt sind.

In ein Reich der Freiheit vorzustoßen - wenigstens in der Kunst ist das heute schon möglich, in der abgründig heiteren Kunst Eugen Egners, die noch den Schrecken des Anderen, Fremden, Unbekannten im harmlosen Scherz auflöst.

In Egners Vorstellungswelt gibt es Katzen mit Blumenmuster, fleischfressende Fetischziegen und vieles mehr. Jetzt kommt ein neues Tier hinzu, und diesmal ist er es selbst: Denn Eugen Egner ist ab sofort ein Elch, ein ganz besonderer Elch, ein Göttinger ELCH!

Göttingen, 9. April 2022

Petra Broistedt, Oberbürgermeisterin der Stadt Göttingen

Die Jury des Göttinger ELCH 2019:
Maren Kroymann, ELCH-Preisträgerin 2021
Antje Kunstmann, Verlegerin, München
Hilmar Beck, Fachbereich Kultur der Stadt Göttingen
Achim Frenz, Museum für Komische Kunst, Frankfurt am Main
Dr. Peter Köhler, Journalist, Göttingen
Christoph Oppermann, Göttinger Tageblatt
Martin Sonntag, CARICATURA Kassel
Hans Zippert, Publizist, Oberursel.