Home Der Göttinger ELCH
Ausgezeichete Elche:
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1997 Chlodwig Poth
1999 Robert Gernhardt
2000 Gerhard Polt
2001 Harry Rowohlt
2002 Marie Marcks
2003 F.W. Bernstein
2004 Emil Steinberger
2005 Otto Waalkes
2006 Hans Traxler
2007 Ernst Kahl
2008 Biermösl Blosn
2009 Helge Schneider
2010 Olli Dittrich
2011 Josef Hader
2012 Franziska Becker
2013 Michael Sowa
2014 Georg Schramm
2015 Rudi Hurzlmeier
2016 Max Goldt
2017 Gerhard Gläck
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Impressum

Vita

Chlodwig Poth wurde am 4. April 1930 in Wuppertal geboren. 1936 zog seine Familie nach Berlin; dort verbrachte er seine Schulzeit und die Kriegsjahre. Früh begann er (zunächst beeindruckt von Wilhelm Busch) zu zeichnen; 1944 entstandenen die ersten (handgemalten) Ausgaben seiner Satire-Zeitschrift "Der Igel", die er in Luftschutzbunkern verteilte. Ab 1946 veröffentlichte er zeitbezogene Karikaturen in Berliner Zeitschriften. 1947 begann er ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste; ab 1948 arbeitete er für die Zeitschrift "Der Insulaner".
1955 erfolgte der Umzug nach Frankfurt; erste Bücher mit seinen Zeichnungen wurden veröffentlicht, während er überwiegend als Redakteur für die "Dunlop"-Werkszeitschrift tätig war .Zu Beginn der sechziger Jahre war er eine der treibenden Kräfte bei der Gründung der Satire-Zeitschrift PARDON, der er bis 1978 angehörte. Zunächst war seine Kolumne "Roman-Kompress" überaus beliebt - seinen eigentlichen Ruhm aber begründeten die Zeichenserien von "Mein progressiver Alltag", in denen er in unvergleichlicher Manier den sog. "68ern" auf die Zähne fühlte. 1979 war er Mitbegründer und Gesellschafter der TITANIC, in der seitdem in jeder Ausgabe mindestens ein Beitrag von ihm erschien. Daneben zeichnete er aber auch für die Mitgliederzeitschrift der IG Metall, für "Psychologie Heute" und für zahlreiche andere Publikationen. In den 80er Jahren entstanden zudem die legendären "Hass-Blätter". Nach dem Umzug in den Frankfurter Vorort Sossenheim widmete er sich in den Bildern von "Last Exit Sossenheim" seiner "neuen Heimat" auf so grandiose Weise, dass ihn die Kritik endgültig als modernen Heinrich Zille einstufte. Seit 1982 schuf er außerdem die stillen und überaus genau durchgearbeiteten "Stadtschaften"; in den 90er Jahren nahmen diese, angeregt durch viele Reisen, einen zentralen Platz seines Schaffens ein.
Poth wurde mit zahlreichen Einzelausstellungen geehrt, so in Berlin, Frankfurt, München Wien, Stuttgart, Hamburg usw.; 1997 erhielt er den "Göttinger ELCH" für sein Lebenswerk, 2003 wurde ihm die Goethe-Plakette verliehen.

Chlodwig Poth starb nach langer, schwerer Krankheit am 8. Juli 2004 in Frankfurt.