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Ausgezeichete Elche:
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1997 Chlodwig Poth
1999 Robert Gernhardt
2000 Gerhard Polt
2001 Harry Rowohlt
2002 Marie Marcks
2003 F.W. Bernstein
2004 Emil Steinberger
2005 Otto Waalkes
2006 Hans Traxler
2007 Ernst Kahl
2008 Biermösl Blosn
2009 Helge Schneider
2010 Olli Dittrich
2011 Josef Hader
2012 Franziska Becker
2013 Michael Sowa
2014 Georg Schramm
2015 Rudi Hurzlmeier
2016 Max Goldt
2017 Gerhard Gläck
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Impressum

Vita

Seit 1976 bilden die drei Brüder Christoph, Hans und Michael Well die bayerische Volksmusik- und Kabarettgruppe Biermösl Blosn. Der Vater Hermann Well, Dorfschullehrer in Günzlhofen nordwestlich von Fürstenfeldbruck, hatte für eine solide musikalische Ausbildung seiner 15 Kinder gesorgt. Mit seiner Frau Traudl und dem Nachwuchs spielte er schon in den 60er Jahren bei Festen und Vereinsfeiern in den umliegenden Gasthäusern auf.

Christoph Well (geb. am 3. Dezember 1959 in Günzlhofen) hat Trompete und Harfe studiert und gehörte drei Jahre lang als Solotrompeter den Münchner Philharmonikern an, bevor er sich endgültig für die Biermösl Blosn entschied. Er spielt Alphorn, Jagdhorn, Dudelsack, Flöte, Geige, Gitarre, Hackbrett, Harfe, Mundharmonika, Tuba und Zither. In der Regel ist er es, der für die Lieder der Biermösl Blosn die Musik komponiert.

Hans Well (geb. am 1. Mai 1953 in Willprechtszell) wollte, bevor er sich ganz der Musik widmete, Lehrer für Deutsch und Geschichte werden. Er spielt Akkordeon, Alphorn, Bratsche, Gitarre, Jagdhorn, Saxophon und Trompete. Die Texte für die Lieder der Biermösl Blosn schreibt meist er.

Michael Well (geb. am 10. Oktober 1958 in Günzlhofen) hat eine Ausbildung als Tubaspieler und Baritonist absolviert und brach für die Biermösl Blosn später ein Sozialkunde-Studium ab. Er spielt Alphorn, Banjo, Cello, Drehleier, Flöte, Jagdhorn und Tuba. Er vertritt die Biermösl Blosn gegenüber Veranstaltern und managt die Band.

1976 treten die drei erstmals als Biermösl Blosn auf. Sie verstehen sich als Teil der Umweltbewegung, engagieren sich gegen das Projekt eines Großflughafens und einer Mülldeponie, dem das in ihrer Nachbarschaft gelegene Biermoos (Beerenmoor) zum Opfer fallen soll, und setzen sich gegen die atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf ein.

Als der Bayerische Rundfunk 1979 ihr Lied "Gott mir dir, du Land der BayWa" sendet, das zur Melodie der Bayernhymne die Chemiedüngerfirma BayWa aufs Korn nimmt, sorgt die Regierung des Freistaats unter Franz Josef Strauß dafür, dass die Biermösl Blosn fortan für lange Zeit vom Radio boykottiert werden.

1980 bringen sie ihre erste Platte heraus: "Ex voto", und sorgen 1981 für einen weiteren Eklat, als sie im Hofbräuhaus vor der festlich versammelten politischen Prominenz des Freistaats ihr "Nürnberglied" spielen, das auf die brutale Räumung eines Jugendzentrums in Nürnberg durch die Polizei anspielt und in dem die Musiker die verantwortlichen Minister zum Rücktritt auffordern. Das Lied findet sich dann auf ihrer zweiten Platte, "Grüß Gott, mein Bayernland", die 1982 erscheint. Weitere Stücke auf der LP sind unter anderem die sogenannte BayWa-Hymne ("Gott mir dir, du Land der BayWa"), das Antikriegslied "Wer will unter die Soldaten", das auf den Bayerischen Rundfunk gemünzte "Rundfunklied" und der "Che-Guevara-Landler".

1982 lernen die Biermösl Blosn Gerhard Polt kennen. 1984 stehen sie erstmals mit ihm (sowie mit Gisela Schneeberger, Otto Grünmandl und Dieter Hildebrandt) auf der Bühne. Titel des Programms: "München leuchtet". Regie führt Hanns Christian Müller. Weitere gemeinsame Stücke folgen, zuletzt im Jahr 2006 "Offener Vollzug. Ein Staatsschauspiel" unter der Regie von Urs Widmer.

Auch mit den Toten Hosen, denen sie 1986 vor Wackersdorf begegnen, verbindet sie eine lange Freundschaft. 1990 wirken sie zusammen mit Gerhard Polt am Album "Auf dem Kreuzzug ins Glück. 125 Jahre Die Toten Hosen" mit, 1998 treten sie mit den Toten Hosen in der "Second Help Show - Duell der Volksmusik" auf, und 2001 stehen sie mit der Düsseldorfer Punkband und Gerhard Polt in dem Stück "Abvent, Abvent" auf der Bühne.

Im selben Jahr sorgen die Biermösl Blosn unfreiwillig für einen neuerlichen Skandal mit ihrem "BayWa-Lied", als ein Schulbuchverlag das Stück in ein Liederbuch für die achte Klasse aufnimmt. Auf Anordnung des Kultusministeriums müssen die bereits gedruckten Bücher eingestampft werden. Nur achtet keiner der Zensoren auf das Inhaltsverzeichnis: Dort wird auch in der Neuausgabe die BayWa-Hymne für Seite 71 angekündigt.

2005 geben die Biermösl Blosn, die zuvor schon Auftritte in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Tourneen durch Europa mit Stationen in Frankreich, Skandinavien, Spanien, Island, Irland, England sowie Reisen an die Elfenbeinküste und nach Südkorea absolviert haben, ein Gastspiel in Tokio. Ende des Jahres touren sie mit Gerhard Polt und den Toten Hosen mit dem Programm "Abvent, Abvent" durch Deutschland.

2007 erhalten sie zusammen mit Gerhard Polt den Großen Karl-Valentin-Preis. Schon 2002 hatten sie die Platte "Der unbekannte Valentin" veröffentlicht. Überhaupt machen sich die Biermösl Blosn um große alte Autoren aus Bayern verdient und sorgen seit 2000 bei Lesungen aus den Werken von Lion Feuchtwanger und Oskar Maria Graf für die musikalische Begleitung.

Es versteht sich, dass sich die Biermösl Blosn auch um die althergebrachte echte Volksmusik kümmern. Traditionelle Volkslieder, deren Texte sie gegebenenfalls aktualisieren, gehören seit jeher zu ihrem Repertoire. Zudem bilden Christoph, Hans und Michael Well mit ihren Brüdern Berti, Karli und Werner Well sowie den Freunden Franz Eimer und Max Lang die Volksmusikkapelle "Well-Buam", die seit den 80er Jahren auftritt und 1992 ihre erste Platte ("Boarischer Tanzboden") einspielte; auch nahmen die Biermösl Blosn mit ihren eigenen Sprößlingen, den "Well-Kids", bereits zwei Platten mit bayerischen Kinderliedern auf. Und schließlich treten sie, heimatverbunden, wie sie sind, bis heute auf Dorffesten auf und bestreiten alljährlich mit der Familie das Passionssingen in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh im Landkreis Aichach-Friedberg.

Link: www.biermoesl-blosn.de